Schulklasse hilft beim Bäumefällen

Bäumefällen
Die Schüler der Grafenbergschule sammeln die Äste und das Reisig auf. Sie finden es spannend, die Arbeiten vor Ort zu begleiten.
Bäumefällen
Klassensprecher Naem Anous bearbeitet einen der Holzstämme.

Schüler der Grafenbergschule sind beim Holzfällen dabei und lernen, wie der Rohstoff weiterverarbeitet werden kann

Fotos: Palmizi

Schorndorf-Schornbach, Lea Krug

Bäume fällen, zu Brettern verarbeiten, Nistkästen planen und dann schließlich bauen: Eine Klasse aus dem Bereich der Arbeitsvorbereitung dual der Grafenbergschule hat ein großes Projekt in Angriff genommen. Für Mauersegler sollen sie, angefangen beim Baumfällen, ein Zuhause bauen. Sechs Bäume hat das Team unter der Leitung seines Lehrers Andreas Tropper auf einem privaten Grundstück in Schornbach gefällt. Vom örtlichen Technischen Hilfswerk haben sie dabei Unterstützung und einen Bagger geliehen bekommen.
Die Stelle, an der die Gruppe die Bäume fällen soll, hat ihre Tücken. Sie ist am Hang gelegen. Außerdem befinden sich zwischen den Bäumen tiefe Gräben. Andreas Tropper ist trotzdem froh, die Möglichkeit von einem Bekannten bekommen zu haben. Er will den Jugendlichen zeigen, wie ein Baum gefällt wird.
Da sich in der Nähe der Bäume eine Telefonleitung befindet, muss das Team besonders aufpassen. Doch die Profis, die der Klasse helfen, wissen, was sie tun. Ein Keil wird unten in den Stamm geschlagen und ein Stahlseil, das an einem Unimog angebracht wurde, sorgt zusätzlich für die richtige Fallrichtung. Nachdem die Bäume schließlich am Boden liegen, entfernt Tropper mit einem Kollegen die Äste. Die beiden Männer tragen bei dieser Arbeit einen Helm und entsprechenden Schutz vor den Augen. Die Schüler müssen Abstand halten, denn die umherfliegenden kleinen Holzstücke können gefährlich werden.
Nachdem die Motorsägen aus sind, dürfen die Jugendlichen ran. Sie sammeln die herumliegenden Äste und das Reisig auf und werfen es auf einen Anhänger. Im Anschluss werden die Baumstämme zerteilt. Sie müssen in der Schule erst getrocknet und dann in einem Blocksägewerk zerteilt werden. Da es viele Monate dauern kann, bis das Holz trocken genug ist, will die Gruppe für ihre Nistkästen auf den Bestand der Schule zurückgreifen. Das von den Schülern am heutigen Tag gefällte Holz steht dann anderen Klassen in Zukunft zur Verfügung.
Naem Anous, der Klassensprecher, freut sich, an der frischen Luft zu sein. Die Arbeit mit den Händen mache ihm Spaß, erzählt der 19-Jährige. Neben ihm steht seine Mitschülerin Nalen Darwisch. Sie erzählt, dass die Klasse jeden Dienstag mit Holz arbeitet. Sie findet es spannend, zu sehen, wie ein Baum gefällt wird.

Schule bekommt finanzielle Unterstützung

Ohne Unterstützung von außen seien solche Projekte kaum möglich, erklären die Lehrer vor Ort. Finanziell habe die Schule für eine Schleifmaschine Fördermittel der PalmStiftung bekommen.
Bei diesem Projekt arbeiten die Schüler fächerübergreifen. Nicht nur im Technikunterricht sollen die Nistkästen eine Rolle spielen. In anderen Unterrichtseinheiten sollen die Schüler lernen, warum der Mauersegler besonders schützenswert ist. Im Deutschunterricht sollen sie außerdem einen Text über das Projekt verfassen.

Jugendliche aus sieben unterschiedlichen Nationen

Die Ausbildungsvorbereitung dual richtet sich an Schüler, die nach dem Abschluss der allgemeinbildenden Schule noch Förderbedarf haben. Sie bekommen gezielt Unterstützung und werden in verhältnismäßig kleinen Klassen unterrichtet.
In der Klasse von Naem Anous und Nalen Darwisch sitzen insgesamt nur 15 Schülerinnen und Schüler, darunter einige Flüchtlinge. Die Jugendlichen sind im Alter von etwa 16 bis 18 Jahren und haben sieben unterschiedliche Nationalitäten. Keiner von ihnen spreche Deutsch als Muttersprache, erzählt ihre Klassenlehrerin Stefanie Müller. Die meisten seien in der Ausbildungsvorbereitungsklasse, weil ihre Deutschkenntnisse nicht gut genug seien, um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben.

 

Quelle
Schorndorfer Nachrichten, 19.12.19, Schorndorf B2
Pressearbeit
sa / Grafenbergschule