Partnerschaft mit Dmitrow gefestigt

Dimitrow
Die russischen Schülerinnen und Schüler zeigten sich von der Ausstattung der Werkstatt für Elektrotechnik beeindruckt. Bild: Palmizi

Fünfköpfige Schülergruppe und drei Lehrkräfte waren eine Woche lang an der Grafenbergschule zu Gast

Schorndorf.
Die Grafenbergschule Schorndorf festigt ihre vielfältigen internationalen Beziehungen. Das Partnerschaftsund Freundschaftsabkommen von 1991 zwischen dem Rajon-Dimitrow (circa 70 Kilometer nördlich von Moskau) und dem Rems-Murr-Kreis ist die Basis für die Schulpartnerschaft zwischen den beiden beruflichen Schulen. Es hat
sich ein fester Schüler-Lehrer-Austausch etabliert.

Abseits jeglicher politischer Diskussion stehen die Kultur, Betriebsbesichtigungen und das Bildungssystem der jeweiligen Länder im Vordergrund. Fünf Schülerinnen und Schüler sowie drei Lehrkräfte der russischen Schule besuchten jetzt eine Woche lang Schorndorf. Kultur en masse gab es beim Besuch in Tübingen. Die Gäste waren fasziniert darüber, dass Russisch einen so hohen Stellenwert an der Universität hat. Nach der Besichtigung des Klosters Bebenhausen herrschte beredte Sprachlosigkeit: „Wie konnte man das nur ohne Heizung und ohne sprechen zu dürfen aushalten!“
Vom mittelalterlichen Klosterleben der Sprung in den Traum vieler Menschen: die Welt des Porsches. Nach der Betriebsbesichtigung sagte die stellvertretende Schulleiterin Galina Sachkova: „Ich bin stolz, dass ich das erleben durfte. Es war großartig.“ Sie war sichtlich beeindruckt davon, mit welcher Eleganz schließlich Motor und Getriebe in die Karosserie eingefügt werden.

Die Ausbildung in Russland ist viel stärker von Theorie geprägt

Wie ausnahmslos alle internationalen Besucher der Grafenbergschule sind auch die Russen von der dualen Ausbildung begeistert. „Die Ausbildung in Russland ist sehr von Theorie geprägt, die deutschen Azubis sind viel besser für den Alltag im Beruf gerüstet“ stellte Galina Sachkova fest. Im Technikunterricht bei Elektrotechniklehrerin Julia Buchali staunten die Jugendlichen: Das Labor ist gut ausgestattet und auch an der Schule und nicht nur im Betrieb wird viel Praktisches geübt.
Schließlich stand noch die Besichtigung der „anderen Hälfte“ der dualen Ausbildung auf dem Programm. Die Firma Bahmüller aus Püderhausen hatte die Delegation zu einem Mittagessen und einer ausführlichen Betriebsbesichtigung eingeladen. Dass ein solches mittelständisches Unternehmen im Bereich Schleifmaschinen, Spannzeuge und Wellpappe-Verarbeitungssysteme einer der Säulen und Motoren der stabilen Wirtschaftslage im Südwesten ist, beeindruckte die Russen. Area-SalesManager Engelbert Priwitzer vermittelte einen Eindruck in den vielfältigen Einsatz der Wellpappe. Die Nachfrage steigt enorm, zum einen durch den gestiegenen Onlinehandel, der viel Verpackung braucht, zum anderen tatsächlich durch die Wirtschaftssanktionen gegen Russland, die es nötig machen, dass dort mehr eigenes Obst und Gemüse angebaut wird und natürlich verpackt werden muss. Die russischen Gäste löcherten Martin Schoenwitz, Ausbildungsleiter bei Bahmüller, mit Fragen über die vielfältigen Möglichkeiten, die Bahmüller seinen Azubis in der hervorragend ausgestatteten Lehrwerkstatt anbietet.

 

Quelle
Schorndorfer Nachrichten, 16.05.17, B2
Pressearbeit
sa / Grafenbergschule