deutsch-französischer Schüleraustausch

in Südfrankreich am Meer

Grafenberg-und Johann-Philipp-Palm-Schüler besuchen ihre Partnerschule in Südfrankreich: ein deutsch-französischer Schüleraustausch wird international

Großzügige Unterstützung durch Johann-Philipp-Palm-Stiftung, Kelch-Stiftung und Deutsch-Französisches Jugendwerk

22 Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 19 Jahren alt, aus zwei Schulen, acht verschiedenen Klassen und sechs Nationen, verbrachten sechs Tage in Alès, Südfrankreich. Dort lernten sie das berufliche Schulwesen und einige kulturelle Sehenswürdigkeiten kennen und wuchsen nebenbei zu einer tollen Gemeinschaft zusammen.

Da die französischen Jugendlichen zum Großteil im Internat wohnen – die Schule ist einfach zu weit entfernt vom Wohnort – können die Deutschen nicht in Familien untergebracht werden. Also wohnen sie auf dem Campingplatz, wo sie jeweils zu viert in Mobilheimen Frühstück und Abendessen selbst organisieren müssen.

„Irgendwie ist die Schule wie ein Hochsicherheitstrakt“, stellt Philipp fest, als er sieht, wie Punkt acht Uhr die Schultore verschlossen werden – wer zu spät kommt, muss sich registrieren lassen und bekommt eine Strafe. „Da geht es uns richtig gut, auch ist unsere Schule materiell viel besser ausgestattet“, meint eine Schülerin. Die gute Ausgangslage für berufliche Schüler wird besonders beim Besuch der neu eingerichteten Abteilung für Orthopädietechnik am Lycée de Lasalle deutlich: auf 16 Ausbildungsplätze bewerben sich ungefähr 600 Jungen und Mädchen.

Spätestens bei der gemeinsamen Busfahrt in die Camargue kommen sich Deutsche und Franzosen näher.“Wir haben uns sehr gut verstanden“, resümiert Mirjam. Die Unterhaltung geht dann auch mal mit Händen und Füßen. Dass viele Franzosen ihrerseits einen Migrationshintergrund haben, erfuhr Hoger, vor zwei Jahren als Flüchtling aus Syrien gekommen, mittlerweile Auszubildender der Betriebstechnik. „Einer der Franzosen kommt eigentlich aus Tunesien, mit dem habe ich Arabisch gesprochen“. Und Petrut, der vor knapp drei Jahren ohne ein Wort Deutschkenntnisse aus Rumänien nach Deutschland kam fügt hinzu: „Ich verstehe so viel, weil Französisch und Rumänisch ähnlich sind“.

Beim gemeinsamen Handballturnier treten Sprachkenntnisse eh in den Hintergrund. Im letzten Match spielten Franzosen gegen Deutsche. Bezeichnenderweise ging dieses Spiel unentschieden aus, auch weil Lehrerin Jutta Schwarz, frei vor dem Kreis stehend, am französischen Keeper scheiterte. Es gibt keine Gewinner und Verlierer, nur Jugendliche, die viel Spaß hatten.

Den tollsten Humor bewies Joryi, ursprünglich aus der Dominikanischen Republik und von dunkler Hautfarbe, als er in der Straßenbahn in Nîmes meinte: „Meine Lehrerin und ich können immer schwarz fahren“.

Die drei begleitenden Lehrkräfte Jutta Schwarz, Karin Schellhammer und Stephan Sauter sind sich einig: „Es hat sich eine unglaubliche Gruppendynamik entwickelt und wir konnten den Schülern jederzeit voll vertrauen“.

Auf dem Foto: die Gruppe am Meer

 

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