Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Rotary-Schülerpreise 2016

Günther Harsch, Präsident des Rotary Clubs Schorndorf, und Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich mit den Preisträgern der Rotary-Schülerpreise 2016: Anna-Lena Häusler, Johannes Stockhammer, Anja Stehnken, Mutter von Eileen Schwarz, Celine Schwenger, Lukas Huida, André Thumm und Robin Walker (v.l). Foto: Krabbe

 

Bereits zum 21. Mal wurden in Schorndorf die Rotary-Schülerpreise verliehen – Vier Mädchen und vier Jungs wurden ausgezeichnet

Von Verena Krabbe

„Auch wenn es für mich das erste Mal ist, hat die Verleihung der Rotary-Schülerpreise schon fast Kultstatus und ist eine schöne Tradition“, eröffnete Edgar Hemmerich, Erster Bürgermeister der Stadt Schorndorf, die 21. Preisverleihung. „Jede Stadt braucht Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren und Aufgaben zu übernehmen. Das ist ein wirkliches Pfund, ein soziales Kapital, das wir hierdurch haben.“ Und je früher man mit dem Ehrenamt beginne, umso besser sei es, so Hemmerich. Er dankte den Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement und beglückwünschte sie zu ihren guten schulischen Leistungen. „Ihr könnt alle stolz auf Euch sein.“ Günther Harsch, Präsident des Rotary Clubs Schorndorf, begann seine Begrüßung mit einem Zitat von Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Genau das hätten die Preisträger verinnerlicht und in ihrer Schulzeit umgesetzt, sonst wären sie nicht von den Lehrern und den Schulleitungen als preiswürdige und herausragende Schülerpersönlichkeiten gemeldet worden, ist er sich sicher. „Ihr habt etwas für die Schule und eure Mitschüler getan, mehr getan als die Anderen, mehr als die große Mehrheit, und ihr habt es ohne Eigennutz getan.“ Damit reihten sich die Schüler in die Reihe der rund 1,2 Millionen Rotarier, die sich weltweit genau das auf die Fahnen geschrieben hätten, so Harsch.

Wertvoller als der Oscar

„Ihr habt in der Schule Gutes geleistet, seid vorbildhafte Schülerpersönlichkeiten und sollt deshalb in mehrfacher Weise gewürdigt werden“, erklärte Harsch. Zum Einen gebe es die Preisverleihungsfeier, zum Zweiten bekomme jeder Preisträger 500 Euro in bar als Preisgeld. Damit sei der Rotary-Schülerpreis fast doppelt so wertvoll wie der Oscar, der nur 300 Dollar in der Herstellung koste und auch nicht umgesetzt werden dürfe. Zum Dritten gebe es eine Urkunde, die sich sicher gut im Bewerbungsportfolio mache, immerhin gebe es ja 1,2 Millionen Rotarier auf der Welt, da sei bestimmt auch mancher Personalchef dabei – so leitete der Präsident zur Preisverleihung über. Die Schüler bekamen gemeinsam von Günther Harsch und Edgar Hemmerich den Preis überreicht. Zusätzlich hielt jeweils ein Lehrer eine Laudatio für „seinen“ Schüler.

Verleihung

Celine Schwenger von der Gottlieb-Daimler-Realschule beteiligte sich an so vielen schulischen Aktivitäten, dass das dafür vorgesehene Feld im Zeugnisprogramm nie ausreichte. Jahrelang war sie bei den Schulsanitätern, eine große Stütze bei der Schülerzeitung, Organisatorin des Schülerbibelkreises und Leadsängerin der Schulband. Im vergangenen Jahr organisierte sie eine Flaschenaktion für Flüchtlinge, bei der die gesamte Schule Pfandflaschen sammelte. Keine Schülerin zeigte bisher mehr Interesse am Fach Mathematik als Celine. Neben ihrer herausragenden Leistungen in Mathe, NWA und Französisch, zeichnet sie vor allem ihr offenes Wesen aus.

Lukas Huida besuchte die Gemeinschaftsschule Rainbrunnen und gehörte dort mit hervorragenden Leistungen zu den Besten der Klasse. Seine ruhige und besonnene Art, mit Menschen umzugehen sowie seine Verlässlichkeit und Hilfsbereitschaft sind besonders betonenswert. Er unterstützte seine Mitschüler in naturwissenschaftlichen Fächern und zeichnete sich mit Computerkenntnissen aus, die der Schule zugutekamen. Drei Jahre arbeite er in der Schülerfirma Tolerancebook eigenständig als Chefgrafiker und unterstütze auch die Netzwerkadministratoren der Schule, war sogar in den Ferien dafür da.

Anja Stehnken vom Burg-Gymnasium machte es der Schulleitung leicht, sich für sie zu entscheiden. Ihre schulischen Leistungen sind hervorragend, ihr Lateinlehrer würde sagen, er habe nie eine bessere Schülerin gehabt. Privat spielt sie Handball und hilft im Eine-Welt-Laden. In der Schule spielte sie eine wichtige Rolle in vielen informellen Bereichen und als Anlaufstation für Mitschüler und vor allem im Bereich des Ghana-AKs. Diesen hat Anja unglaublich gut begleitet, vertreten, entscheidend beeinflusst und mitgetragen.

Robin Walker hatte zu Beginn seiner Schulzeit in der Albert-Schweitzer-Schule seine Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. Doch er kämpfte um Fortschritte, und seine große Bereitschaft, sich mit dem ungeliebten Thema zu beschäftigen, wurde immer größer. Dies hatte zur Folge, dass sich schnell erfreuliche Erfolge einstellten. Zu seinem Durchhaltevermögen und seiner Beharrlichkeit kommt hinzu, dass er wissbegierig, interessiert und offen ist. Auch Hilfsbereitschaft und handwerkliches Geschick zählen zu seinen Stärken. Sein ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit machte ihn bei Mitschülern beliebt und brachte ihm auch das Amt des Klassensprechers ein.

Eileen Schwarz, die die Grafenbergschule besucht konnte aufgrund eines Sozialen Jahres in Dänemark leider nicht persönlich anwesend sein, ihre Mutter nahm den Preis entgegen. Eileen war in ihrer Klasse das einzige Mädchen unter 26 Jungs. Dadurch ergaben sich drei Sozialkompetenzen: Mut, Konfliktfähigkeit und Anpassungsfähigkeit. Sie war eher unauffällig aber trotzdem immer aufmerksam, galt als Ruhepol der Klasse. Als Klassensprecherin waren ihr Gerechtigkeit und ein fairer Umgang untereinander sehr wichtig. In der SMV war sie als Schülersprecherin tätig und brachte permanent neue Ideen ein. So konnten beispielsweise die Leutezeiten verschoben werden, um einen besseren Anschluss an den ÖPNV zu erreichen.

André Thumm von der Johann-PhilippPalm-Schule setzte sich am ersten Schultag auf den Platz, der am weitesten vom Lehrer weg ist und weckte so dessen Misstrauen. Doch schnell war klar, dass er seine Leistungen bringt, egal wo er sitzt. Laut seiner Noten hätte er auch auf dem Gang sitzen können. Am Ende stand ein Notenschnitt von 1,8. In der Übungsfirma war André zuständig für den Produktkatalog und überarbeitete diesen kurz vor einem Tag der offenen Tür und nach einer Produktumstellung in Windeseile. Neben der Schule war er, selbst im Prüfungsjahr, Mitglied der SPD, Sprecher der JUSOS, Sanitäter beim DRK Remshalden und auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sowie Gründungsmitglied des Arbeitskreises Asyl Remshalden.

Anna-Lena Häusler besuchte die Fröbelschule und nahm an einer BVE-Klasse in Waiblingen teil. Anna-Lena war sich bewusst, dass es Menschen mit Beeinträchtigungen auf dem Arbeitsmarkt immer noch recht schwer haben und arbeitet deswegen mit einer unglaublichen Motivation in der Schule. Sie war wissbegierig und schien über unerschöpfliche Kraftreserven zu verfügen. In den vergangen zwei Jahren entwickelte sie sich zu einer selbstbewussten jungen Frau. In der Schülerfirma Avanti arbeiret sie engagiert mit und setzte sich klare, persönliche Ziele, die sie inzwischen fast alle erreicht hat. Sie fand einen Arbeitgeber, einen Bäcker, der ihr Engagement belohnte und ihr eine Festanstellung in Aussicht stellt.

Johannes Stockhammer zeichnete sich am Max-Planck-Gymnasium durch innere Ruhe, Sachlichkeit und ein gutes Abitur aus. Als Klassensprecher war er in der SMV und engagierte sich auch beim Großprojekt Schule als Staat. Er war im Chor und leitete die Technik AG. Dabei war er, auch während des Abis für die Vorbereitung, Planung und Koordination vieler Veranstaltungen am MPG zuständig. Er leistete so seinen Beitrag, dass viele Theateraufführungen, Konzerte, Verleihungen und SMV Veranstaltungen überhaupt durchgeführt werden konnten. Er setzte sich weit über das übliche Maß für die Schule und seine Mitschüler ein. Er sorgte sogar noch für Nachwuchs und lernte die nachfolgende Generation in die Technik AG ein.
 

Quelle
Schorndorfer Nachrichten, 03.11.16, Seite 5
Pressearbeit
sa / Grafenbergschule